Kampagne und Initiatoren
 

Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di

"Die dju in ver.di fordert die Bundesregierung auf, dem bereits seit 1998 im
Koalitionsvertrag angekündigten Informationsfreiheitsgesetz endlich
Rechtskraft zu verleihen", beschloss die Deutsche Journalistinnen- und
Journalisten-Union (dju) in ver.di auf ihrer Bundesfachgruppenkonferenz im
März 2003 in Halle. "Das Informationsfreiheitsgesetz garantiert Bürgern und damit auch Journalisten einen umfassenden Zugang zu amtlichen Informationen, Einblick in behördliche Akten und Zugriff auf amtliche Datenträger. Das Gesetz beinhaltet wesentliche Elemente einer lebendigen Demokratie", begründet die dju ihr Engagement. Sie teilt diese Ziel- und Wertvorstellungen mit anderen Journalisten- und Bürgerrechtsorganisationen und arbeitet mit ihnen in der gemeinsamen Initiative für ein Bundes-Informationsfreiheitsgesetz zusammen.

In ihrer 2003 verabschiedeten "Charta zur Sicherung von Qualität im Journalismus" - bekräftigt die dju: "Journalismus und Medien nehmen eine öffentliche Aufgabe wahr, für die Art. 5 GG einen besonderen Schutz gewährleistet. Daher brauchen beide gesellschaftlich akzeptierte Leitbilder. Medienunternehmer und Journalistinnen und Journalisten sind aufgefordert, gemeinsam solche Leitbilder zu formulieren, Qualitätsstandards, journalistische und ethische Grundsätze und Ziele gemeinsam zu definieren und innere Pressefreiheit und die Mitwirkung der Journalistinnen und Journalisten dabei zu sichern....
Journalismus steht und fällt mit solidem handwerklichen Wissen. Dazu ist eine verbindlich geregelte und stetige Aus- und Weiterbildung notwendig, sowohl innerhalb des Unternehmens als auch außerhalb (Journalisten-Schulen, Universitäten etc.). Sie muss sowohl festangestellte als auch freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbeziehen.
Journalismus braucht gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit. Neben einer zeitgemäßen Infrastruktur ist der umfassende Zugang zu allen Informationsquellen zu garantieren. Tarifverträge müssen verbessert, die zusätzliche Altersversorgung gesichert werden. Auch diese Standards tragen zu Unabhängigkeit der Journalistinnen und Journalisten bei....
Das beschreibt zugleich wesentliche Aufgaben und Ziele der dju in ver.di.
Als Deutsche Journalisten-Union in der IG Druck und Papier 1951 gegründet, vertritt die dju heute die berufs- und medienpolitischen Interessen von mehr als 22 300 festen und freien Journalistinnen und Journalisten aller Medien. Unter dem Dach der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di arbeitet die dju eng mit Kolleginnen und Kollegen aus der Druckindustrie, aus den Verlagen, aus dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Rundfunk sowie aus Film- und Medienbetrieben zusammen. Sie nimmt regelmäßig Stellung zu medienpolitischen und medienrechtlichen Gesetzesvorhaben und zu allen Fragen von Presseethik und Pressefreiheit auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Dabei arbeitet sie mit der Europäischen und der Internationalen Journalistenföderation (EJF/IJF) zusammen. Sie verhandelt und schließt Tarifverträge in allen Medienbereichen und bietet einen breiten Fächer von beruflichen und gewerkschaftlichen Weiterbildungsangeboten.
Damit sind ver.di und die dju Ansprechpartner, gewerkschaftlicher Dienstleister und Interessenvertretung für die Berufstätigen in den Medien auf allen Ebenen. Zu ihrem Angebot gehören die Beratung in sozialen, beruflichen, tariflichen und betrieblichen Fragen, der berufliche Rechtsschutz für ihre Mitglieder sowie ein qualifiziertes Beratungsnetz für Freie in Medienberufen unter www.mediafon.net.

Mehr über uns erfahren Sie auf unseren Internet-Seiten unter www.dju.verdi.de.


Gerd Schulte-Hillen,
bis Ende 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der Bertelsmann AG und Mitglied des Präsidiums der Berstelsmann Stiftung: Wie sollen die Bürger mitdenken, wenn sie zu wenig über die Pläne und Absichten der Regierenden wissen? Nur wer Informationen aus erster Hand hat, wird sich mit dem Geplanten befassen, identifizieren oder demokratisch Einfluß nehmen. Ein Informationsfreiheitsgesetz schafft erst die Voraussetzungen für den Bürger, die Regierenden auf der Reise in die Zukunft engagiert zu begleiten.


Brigitte Behrens,
Geschäftsführerin von Greenpeace: Die Demokratie lebt vom Engagement ihrer Bürger. Wer sich engagieren will, muss aber auch die Möglichkeit zur umfassenden Information haben. Deshalb darf Deutschland nicht länger am obrigkeitsstaatlichen Erbe des "Amtsgeheimnisses" festhalten.


Prof. Dr. Peter Eigen,
Chairman Transparency International: Transparenz ist eine mächtige Medizin gegen Korruption - das hat TI in internationalen Vergleichen festgestellt. Transparenz im öffentlichen Bereich wird auch in Deutschland eine heilsame Wirkung haben. Deshalb unterstütze ich diese Aktion.