| Bertelsmann
Stiftung
Das
Schlagwort der "Bürgergesellschaft" hat viele
Facetten - eine der bedeutendsten ist die implizite Forderung
nach einer Stärkung der Rolle des Bürgers gegenüber
Staat und Verwaltung. Die Bürger sollen mehr Verantwortung
für das Gemeinwesen übernehmen, in dem sie leben,
und sie sollen sich einmischen in Entwicklungen, die sie für
falsch halten.
Grundsätzlich muss gefragt werden, ob aufflackernde Politik-
und Staatsverdrossenheit, zurückgehendes gesellschaftspolitisches
Engagement, oder die oft mangelhafte Kenntnis grundlegendster
politischer Zusammenhänge nicht einen gemeinsamen Grund
haben. Die Antwort könnte lauten: Bürger fühlen
sich nicht ausreichend Ernst genommen, sehen ihre Anliegen
unzureichend vertreten, finden ihren eigenen Willen nicht
im Handeln von Bürokraten und Politikern repräsentiert.
Wenn das die Wahrnehmung ist, die die Bürger von ihrer
Rolle in der Gesellschaft haben, dann wundert es nicht, dass
sie sich die Mühe der aktiven Teilhabe sparen.
Wenn die Menschen sich künftig aktiver und verantwortlicher
an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligen sollen, dann
müssen sie dazu auch in die Lage versetzt werden: Erster
Schritt dahin ist die Möglichkeit, sich Meinungen und
Haltungen auf der Grundlage gesicherter und umfassender Informationen
bilden zu können. Dies impliziert einen Rollenwandel
der staatlichen Verwaltung: Weg von den Behörden, die
Informationen exklusiv für eigene Anliegen verwerten,
hin zu proaktiv kommunizierenden Körperschaften, die
ihr Wissen allen Bürgern unabhängig von konkreten
Anlässen zur Verfügung stellen.
In Deutschland ist das Thema "Informationsfreiheit"
erst seit einigen Jahren auf der Tagesordnung. Auf Bundesebene
wird noch immer intensiv darüber debattiert, wie ein
solches Gesetz für die Bundesverwaltung auszugestalten
sei. Die Bertelsmann
Stiftung möchte in dieser intensiven Diskussion als
Moderator und Informationsmakler fungieren. Deshalb hat sie
analysiert, was die wichtigsten Herausforderungen bei der
Formulierung eines Informationsfreiheitsgesetzes sind, wer
von einem solchen Gesetz profitieren, wer unter Umständen
dadurch belastet werden kann. Die Ergebnisse dieser Recherche
sind dargelegt auf den Projektseiten www.begix.de/informationsfreiheit
sowie in der eben erschienenen internationalen Vergleichsstudie
"Informationsfreiheit: Die 'gläserne Bürokratie'
als Bürgerrecht?"
Zusätzlich zu dieser Analyse werden auf den folgenden
Seiten einige weiterführende Informationsangebote bereitgehalten.
Wir würden diese Informationen gerne kontinuierlich ausbauen.
Falls Sie also interessante Texte oder Internet-Seiten zum
Thema kennen, schreiben Sie uns eine Mail: infofreiheit@begix.de.
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Die Bertelsmann
Stiftung versteht sich als Förderin des gesellschaftlichen
Wandels und unterstützt das Ziel einer zukunftsfähigen
Gesellschaft. Gemeinsam mit Partnern aus allen gesellschaftlichen
Bereichen will sie frühzeitig Herausforderungen und Probleme
unseres Gemeinwohls identifizieren sowie exemplarische Lösungsmodelle
entwickeln und verwirklichen.
Sie versteht sich damit als "Motor", der notwendige
Reformen initiiert und voranbringt. Als wissensbasierte Organisation
will sie einen lebendigen Dialog zu den politischen Reformthemen
unserer Zeit auslösen und die politischen Entscheidungsträger
beraten.
In ihrer Projektarbeit folgt die Bertelsmann Stiftung der
Überzeugung des Stifters Reinhard Mohn, dass die Prinzipien
unternehmerischen Handelns zum Aufbau einer zukunftsfähigen
Gesellschaft beitragen können.
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